NEUHAUSEN: „Ortsberadung“ mit den Freien Wählern führt zu ganz verschiedenen Baustellen

In Neuhausen gibt es viele Baustellen, auch noch offene. Die Freien Wähler luden die Öffentlichkeit zu einer Besichtigung verschiedener Projekte ein. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Klaus Aurenz übernahm die Führung bei der traditionellen „Ortsberadung“ von Baustelle zu Baustelle. Nicht alle 25 Teilnehmer waren per Fahrrad unterwegs, einige nahmen das Auto.

Von Peter Dietrich

Weil die Gemeinde an der Nepomukbrücke ein Grundstück erwarb und das Haus abgerissen wurde, ließe sich hier ein Engpass in der Ortsmitte beseitigen. Der erste Investor, der Interesse am nur 200 Quadratmeter großen Grundstück hatte, wollte jedoch erneut bis ganz vor an die Straße bauen – womit nichts gewonnen wäre. „Der Fußgänger soll geschützt werden“, betonte Aurenz. Deshalb plant die Gemeinde einen neuen Steg über den Weiherbach. Mit der Lochbrücke, die Neuhausens Stadtplaner hier vorgesehen hat, konnten sich einige Teilnehmer der Rundfahrt wenig anfreunden. Eine feste Lösung wie auf der anderen Straßenseite, käme bei ihnen besser an. Dass sich die Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium Karin Roth dem Projekt Autobahnauffahrt „Neuhausen West“ angenommen hat, weckt große Hoffnungen. Auch wenn dies teurer käme, wünschen sich die Freien Wähler die Auffahrt in Richtung München östlich der Straße nach Scharnhausen. So käme es zu keiner Kreuzung mit dieser Straße. Die Abfahrt vom Flughafen her ist westlich geplant. Die Nordumfahrung, so Aurenz, bleibe zusätzlich als Ziel. Die neue Straße parallel zur A 8 wird jedoch wegen der ICE-Planung seit Jahren auf die lange Bank geschoben. Ein Teil der Fläche zwischen Autobahn und dem Ortsrand ist für ein neues Gewerbegebiet reserviert. Aurenz: „Wenn Industrie sich entwickeln möchte, dann nur hier.“ Entsteht hier ein Gewerbegebiet, wird an dessen Rand eine neue Straße gebaut, die Plieninger Straße würde dann vom Durchgangsverkehr befreit, die Wohnbebauung vom Lärm entlastet.


Der Bauhof soll ebenfalls heraus aus dem Wohngebiet. Gut 1,5 Millionen Euro investiert die Gemeinde in den Neubau an der Westumfahrung. Der zweistöckige Bau ist teilweise unterkellert, bekommt ein begrüntes Dach und eine thermische Solaranlage. Finanziert werden soll er über den Grundstücksverkauf am bisherigen Standort. Der neue Spielplatz bei der Kleingartenanlage, 41 000 Euro teuer, mit Baumhaus und hölzerner Eule, die von oben alles beobachtet, erntete viele bewundernde Blicke. Dass der bereits konzipierte Spielplatz im Ochsengarten zugunsten einer Gesamtkonzeption zurückgestellt wurde, stieß auf Unverständnis. „Da müssen mehr Frauen drüber entscheiden“, meinte eine Teilnehmerin verärgert. Ulrich Krieger, Vorsitzender des TSV Neuhausen und Gemeinderat der Freien Wähler, informierte über den Sportkindergarten, den der Verein am 1. Oktober in der früheren Jahnstube eröffnen will. Dem TSV kommt entgegen, dass die Gemeinde den Kindergartenträgern 100 Prozent des Defizits ersetzt.

Es darf ein bisschen mehr sein
An der Mozartschule erwartete Ortsbaumeister Josef Wahl die Gruppe zum Rundgang. In nur sieben Wochen Bauzeit wurde ein Stockwerk in Leichtbauweise draufgesetzt. So entstanden drei neue Klassenräume und ein Lehrerarbeitszimmer. Die Idee, zusätzlich drei Übungsräume für die Musikschule zu schaffen, kam erst nach der ursprünglichen Planung und wurde von Bürgermeister Ingo Hacker per Eilentscheidung beschlossen. 750 000 Euro hat die Gemeinde hier investiert, die Gestaltung fand allgemeine Zustimmung.

Mit fast zwei Jahren Bauzeit rechnet Wahl beim Umbau des Alten Schlosses zum Bildungszentrum mit Volkshochschule, Bücherei und Musikschule. Weil das Fachwerk des Baus aus dem Jahre 1518 viel stärker geschädigt war als erwartet, kam es zu Verzögerungen, die Baukosten werden nun auf fast fünf Millionen Euro geschätzt.

Bei der Rundfahrt fiel auf, dass in und um Neuhausen eine gute Radfahrbeschilderung noch die Ausnahme ist. Verglichen mit den großen Baustellen wäre dieses Problem recht günstig zu lösen.


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